Ukraine
Lebensberichte
Krise in der Ukraine / April 2009
Arkadiy Margulis berichtete von Menschen, die in der Ukraine leben. Er schildert ihre derzeitige Situation und ihre Lebenslage.
Zur Zeit herrscht in der Ukraine eine kritische Situation und es wird noch viel schlimmer werden. Diese Krise hier ist eine der Schlimmsten in ganz Europa.
Eine mittlere Rente beträgt in der Ukraine zwischen 80,-- und 90,-- Euro, doch die Preise für Lebensmittel sind höher als in Europa. Mit dieser Rente sollen die Menschen Miete zahlen, Lebensmittel, Medikamente und sonstige Dinge kaufen.
Wer ins Krankenhaus muss, soll für alles selbst aufkommen; d.h., sie sollen das Essen selbst mitbringen, Arzneimittel zahlen ... Es gibt in der Ukraine keine Krankenversicherung.
Die Kriminalitätsrate steigt an.
Wir danken Gott, dass es in den 14 Suppenküchen an 5 Tagen in der Woche für 600 Menschen Essen gibt. Es sind Invaliden, Blinde, Gelähmte, Menschen mit vielen Kindern und Behinderte. Die Suppenküchen existieren nun schon seit 14 Jahren.
Im Januar 2009 begann Arkadiy mit einem neuen Projekt. Er bringt den Obdachlosen Essen. Es sind Menschen, die keine Wohnung, kein Geld und keine Arbeit haben. Sie leben auf der Straße oder in Kellern. Viele von ihnen kommen aus dem Gefängnis und haben Tuberkulose.
Im März 2009 feierte die Gemeinde in Zhitomir ihr zehnjähriges Bestehen. Während dieser Zeit haben sich 210 Menschen taufen lassen, die Hälfte von ihnen sind Juden. Bis heute gibt es Gottesdienste in Zhitomir, Kiew, Malion, Berditschew, Novograd-Wolinsky, Emiltschino, Korostin und auch auf der Krim. Es gibt zusätzlich Gottesdienste für Kinder und für Schwerhörige.
Arkadiy Margulis
Lebensberichte aus der Ukraine April 2009
Offizier
Vor 9 Jahren war ich Offizier bei der ukrainischen Armee. Ich lebte im Osten der Ukraine. 25 Jahre lang war ich beim Militärdienst und ging auf die Rente zu. Ich zog nach Zhitomir um.
Meine Mutter Cilvija bekam Mittagessen in Zhitomir bei einer Wohltätigkeitsküche (Suppenküche). Eines Tages kam ich zu ihr und traf dort in ihrer Küche Arkadiy Margulis, den ich noch von der Schule her kannte. Nach der Schule bin ich damals zur Militärschule gegangen und später war ich beim Militärdienst in verschiedenen Regionen der Sowjetunion. Seit 20 Jahren hatte ich Arkadiy nicht mehr gesehen und nun trafen wir uns in der Küche. Er fing an über Jeschua zu erzählen, doch ich wollte nichts darüber hören.
Ich war mit der kommunistischen Ideologie erzogen wurden und hatte auch die jungen Soldaten gelehrt, dass es keinen Gott gibt. Ich war ein Atheist.
Arkadiy erzählte mir, wie Jeschua sein Leben verändert hat und dass er sehr dankbar dafür ist. Doch über dieses Thema wollte ich nicht mit ihm reden. Bevor ich wegging, sagte ich: „Gib mir die Bibel. Ich werde sie lesen und danach wird es mir leichter fallen, mich mit dir zu unterhalten und zu belegen, dass du nicht Recht hast.“
Arkadiy schenkte mir eine Bibel. Ich fing an in der Bibel zu lesen und wollte zum Gottesdienst gehen. Je mehr ich in der Bibel las, desto mehr wurde mir klar, wie schlecht mein Leben war. Ich war technischer Offizier beim Militär und hatte dort viele Explosionen von Raketen und Bomben erlebt. Und plötzlich erkannte ich, dass Gott mir viele Male das Leben gerettet hatte. Früher habe ich gedacht, das sei alles Zufall.
Nach einem halben Jahr hob ich während des Gottesdienstes meine Hand hoch. Als Arkadiy mich fragte, was ich wolle, antwortete ich:
„Ich will vor Gott offen stehen.“ Arkadiy fragte mich: „Warum gerade jetzt?“
Ich antwortete: „Ich spüre in meinem Herz, dass es morgen schon zu spät sein kann und ich will es noch heute tun und mein Herz Jeschua schenken.“
Isaak
In unsere Gemeinde trat ein alter jüdischer Mann ein, sein Name ist Isaak und er war 95 Jahre alt. Die Leute aus der Gemeinde kamen zu ihm nach Hause und erzählten ihm über Jeschua. Als er 97 Jahre alt war, ließ er sich taufen. Bruder Isaak hat an Jeschua von ganzen Herzen fest geglaubt und immer wieder über die Worte Gottes nachgedacht.
Einmal haben ihn Leute aus Deutschland in seinem Haus besucht.
Ein Bruder aus der Gruppe kam zu ihm und fragte: "Wo warst du während des Krieges?" Er antwortete: "Ich war in Georgien und in Zhitomir, mein Vater und meine 2 Brüder sind getötet worden."
Der Mann aus Deutschland kniete vor Isaak nieder, weinte und sagte: "Mein Vater war ein Offizier bei der deutschen Armee. Es kann sein, dass er Ihren Vater und Ihre Brüder getötet hat. Ich bitte Sie um Verzeihung für mein Volk."
Isaak antwortete: "Ich habe alles verziehen, seit ich an Jeschua fest geglaubt habe. Jeschua verzeiht ihm."
Miriam
Dies ist die Geschichte einer jüdischen Frau.
Vor dem Krieg lebte sie mit ihren Eltern in Ungarn. Als sie 5 Jahre alt war (es war 1943), wurde sie und ihre Eltern abtransportiert nach Ausschwitz. Nach wenigen Tagen standen sie und ihre Eltern, sowie viele andere Juden in der Reihe und sie sollten in den Gaskammern getötet werden.
Das kleine Mädchen hatte in den Armen eine kleine Katze gehalten. Neben ihr stand ein junger deutscher Offizier, der sah das Kind an und weinte. Das kleine Mädchen dachte, dass der Offizier ihre Katze haben wolle. Sie ging auf ihn zu und gab ihm die Katze.
Der Offizier nahm ihre Hand und führte sie aus der Reihe heraus. Danach erzählte er, dass in so einer Reihe auch seine kleine Tochter hätte stehen könnte. Durch diesen jungen Mann hat Gott dem Mädchen das Leben gerettet. Alle ihre Verwandten wurden getötet.
Nach vielen Jahren hat sie fest an Jeschua geglaubt.
Diese Frau heißt Miriam.

