Ukraine
Altsein in der Ukraine
Rentner am Existenzminimum
Seit 1991 ist die Ukraine ein unabhängiger Staat. In dem Land, das immer noch geprägt ist von den schicksalhaften Ereignissen des 20. Jahrhunderts, entfalten sich den Menschen jetzt allmählich die lange Zeit so sehr vermissten Freiheiten. Doch die wirtschaftliche Entwicklung liegt nach wie vor am Boden. Symbolhaft dafür erscheinen dem Reisenden die vielen verlassenen Kolchosen, die ihrem endgültigen Verfall entgegen siechen. Die Arbeitslosigkeit ist hoch, junge Menschen suchen möglichst Arbeit in der EU. Keinen Ausweg dagegen gibt es für die Alten und Invaliden.
Zwischen 40 und 60 Euro monatlich betragen die durchschnittlichen Renten und Pensionen. Seit Russland die Gashähne zu- und die Energiepreise immer weiter raufschraubt, müssen die Rentner ein Drittel davon für Miete und Heizung aufwänden. Die Inflationsrate in der Ukraine liegt bei 12,3 Prozent. Wer krank wird, hat ganz schlechte Karten. Nicht nur Medikamente müssen selbst bezahlt werden. Auch wenn offiziell die Krankenhausbehandlung umsonst ist, so arbeiten Ärzte und Schwestern nur, wenn sie "ein entsprechendes Trinkgeld" erhalten. Patienten müssen außerdem Bettzeug, Essen und Medikamente mit ins Krankenhaus bringen. "Altersheime in der Ukraine sind der Vorhof zur Hölle", weiß Hans Heinrich von seinen vielen Reisen in die Ukraine.
©07/2006 E. Tilgner-Horcher





